Haaresrückblick
Wed Dec 2011

Letztes Jahr habe ich irgendwohin geschrieben, dass ich gerne blaue oder rosafarbene Haare hätte. Dieses Jahr hab ich’s dann “einfach mal gemacht”.

Einfach mal heißt: “Nein!”, “Wen willst Du denn damit provozieren?”, “Du bist zu alt dafür.” usw. ignorieren, die widerspenstigen Haare fünf mal bleichen und aus Frust darüber, dass sie nicht blond werden, nach vielem Zögern blau drüberschütten. Und dann freuen. Sehr freuen.

Bis auf viele Blicke und ein paar Beleidigungen eines Obdachlosen, gibt es keine eindeutig negativen Auswirkungen. Dafür aber tolle Fotos, die man sich mal bitte mit normaler Haarfarbe vorstellen soll #impossibru und neugierige Nachfragen und Komplimente. Und jetzt will ich am liebsten nie wieder mit natürlich aussehender Farbe auf dem Kopf rumlaufen. Blau erinnert mich an Norwegen, lila an Halloween und pink an Berlin.

Auch sonst war das Jahr gar nicht mal so schlecht: ich habe mehr norwegisch gelernt, angefangen japanisch zu lernen, den Großteil meiner Abschlussprüfungen hinter mich gebracht, war zum ersten Mal in Berlin und war knapp zwei Wochen überall in Norwegen unterwegs.

Ich kann alles können, bitte?
Mon Dec 2011

Jetzt habe ich also eine Gitarre, das gefällt mir. So wie sich Menschen mit Spiegelreflexkameras Fotograf nennen dürfen, werde ich mich nun offiziell Musikerin schimpfen.

Der Grund, warum ich eine geschenkt bekommen habe, findet sich in irgendeinem Gespräch wieder, das ich dieses Jahr scheinbar geführt habe. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, aber es muss sich so abgespielt haben:
Ich: “Blablablabla oh, ja Gitarre spielen möchte ich auch mal unbedingt können, ja!”
Er: “Dann muss ich dir wohl zu Weihnachten eine schenken!”
Ich: “Jaaaa! Toll, blablablabla.”

Und jetzt habe ich den Salat. Ich freue mich irrsinnig und zupfe wie blöde an den Saiten herum. Außerdem guck ich mich im Internet dumm und stelle fest, dass Gitarren gar nicht von anatomisch normal gebauten Menschen, wie mir, gespielt werden können. Schade.
Kennt ihr vielleicht zufällig Aliens, die gerne Gitarren verspeisen?

Vorfreude > Überraschungen
Fri Dec 2011

Überraschungen sind blöd, denn man wird plötzlich aus heiterem Himmel mit irgendetwas überfallen, muss in Blitzgeschwindigkeit die ganzen Emotionen, die man dann so hat, also egal ob supidupi-Weltumarmen oder vielleicht zum Brechen, verarbeiten und daraus etwas gesellschaftlich anerkanntes wie ein Danke oder ein “Danke” machen. Das kann ich nicht, ich ziehe Schnuten und bin viel zu ehrlich und dabei auch noch unheimlich direkt.
Am schlimmsten sind Überraschungen, die vorher angekündigt werden, also “zum Geburtstag schenk ich dir was tolles” und bis man dann “überrascht ” wird, wird man mit Andeutungen zugeschmissen. Welcher normale Mensch wird da bitte nicht rasend vor Neugier.

Vorfreude dagegen ist unheimlich toll. Man weiß, was man bekommt, kann schonmal davon träumen und mit jedem Tag freut man sich ein bisschen mehr auf sein Geschenk / das Ereignis. Man muss also nur daran denken und schon hat man ein Lächeln im Gesicht. Super Sache.

Eigentlich meine ich folgendes: Ich freu mich ja so sehr auf mein Weihnachtsgeschenk, ey.

berlin
Tue Dec 2011

letztes wochenende war ich mit bjo in berlin, weil er sich gegen hamburg entschieden hatte. das war aber gar nicht mal blöd, weil in berlin viel besseres wetter war und ich ja sowieso noch nie in berlin war und da alles so furchtbar überdimensional groß ist. hätten wir schrittzähler dabei gehabt, wären die explodiert. während wir also durch die kälte marschierten, machten wir alle fünf bis fünfzig meter halt, damit bjo dinge fotografieren konnte und ich ihn beim fotografieren fotografieren konnte. jetzt habe ich 67 bilder mit bjo und berlin drauf; ich versteigere sie an den meistbietenden.

bedanken möchte ich mich neben bjo bei meinem herzmenschen, der tapfer vokabeln gelernt und ewig auf mich am bahnhof in hamm gewartet hat, bei poschipo, weil sie uns fachkundig abends durch berlin geführt hat und für die cocktails und alles, bei dem s-bahn-penner, der mich daran erinnert hat, dass ich viel schlimmer hätte riechen können und dass meine haare pink sind, weil ich das ja immer vergesse und bei dem fastfood, was ich jetzt wochenlang nicht mehr sehen will.

(achja, hallo! ich bin yvi und das hier ist mein blog!)